Wir brauchen einen weltweit fairen und bezahlbaren Zugang zu Impfstoffen © Pixabay

Globaler Kampf gegen Covid-19

Weltweit haben immer noch viel zu wenige Länder Zugang zu Covid-19-Impfstoffen. Die Pandemie gefährdet weltweit Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung, Stabilität und Frieden, wobei sich die Ärmsten der Armen am wenigsten gegen das Virus und die Folgeeffekte zur Wehr setzen können: Zwei Drittel der weltweit 2,5 Millionen Covid-Toten entfallen auf Entwicklungs- und Schwellenländer. Bislang finden jedoch nur 0,5 Prozent der Impfungen in den ärmsten Ländern statt.

Pandemie wird zur Polypandemie

Durch die zahlreichen Folgewirkungen der Covid-19-Pandemie sprechen Experten mittlerweile von einer sogenannten „Polypandemie“. Der Begriff bezeichnet eine vielschichtige Krise, die wichtige Entwicklungsziele wie Gleichberechtigung und Ernährungssicherheit bedroht, die aber auch zentrale demokratische Prinzipien und die internationale Zusammenarbeit insgesamt gefährdet. So hat die Verbreitung des Virus auf dem afrikanischen Kontinent zu einer Hungerkrise geführt, da Bauern ihre Felder im Zuge der Lockdown-Regelungen nicht mehr bestellen konnten und globale Lieferketten unterbrochen wurden.

Pandemie ist ein Weckruf

Die Pandemie hat ein für alle Mal verdeutlicht: Wir können uns nicht abschotten. Die Unterstützung bleibt derzeit weit hinter dem zurück, was die entwickelten Länder leisten können. Deutschland geht hier mit gutem Beispiel voran. So hat die Bundeskanzlerin beim Online-Treffen der G7 vor wenigen Tagen weitere 1,5 Milliarden Euro für einen weltweit fairen und bezahlbaren Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika zugesagt, u.a. im Rahmen der internationalen COVAX-Initiative. Mit insgesamt fast 2,1 Milliarden Euro ist Deutschland der größte Geber – noch vor den USA und Großbritannien.

One Health

Zu den wichtigsten Lektionen, die wir aus der gegenwärtigen Situation ziehen müssen, gehört ein neues Verständnis des Miteinanders von Mensch, Tier und Natur. Dafür steht der „One Health“-Ansatz, der Maßnahmen der Pandemieprävention ganzheitlich erforscht und seit Oktober 2020 einen neuen Schwerpunkt im Bundesentwicklungsministerium bildet. Denn insbesondere die Zerstörung der Rückzugsräume der Natur begünstigt die Art von Tier-Mensch Infektionen (sog. Zoonosen), die zu Pandemien wie der gegenwärtigen führen können.