Berufliche Bildung „made in Germany“ ist weltweit gefragt © Büro Dr. Stefinger

Berufsbildung in Entwicklungsländern ausbauen

Viele Entwicklungsländer kämpfen mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Allein in Afrika drängen pro Jahr 20 Millionen junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. Ohne qualifizierte Fachkräfte kann es jedoch keine nachhaltigen Entwicklungserfolge geben. Denn der Aufbau einer soliden Infrastruktur, einer ertragreichen Landwirtschaft, einer nachhaltigen und stabilen Energieversorgung und eines leistungsfähigen Gesundheitssystems ist undenkbar ohne die entsprechende Fachkräftebasis.

Zu viel Theorie, zu wenig Praxis

Die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Entwicklungsländern lässt sich vor allem auf die mangelnde Beschäftigungsfähigkeit lokaler Absolventen zurückführen. In vielen Entwicklungsländern ist die Ausbildung einseitig theoretisch ausgerichtet und beinhaltet kaum praxisnahe Komponenten. Die Ausbildung entspricht somit nicht den Bedürfnissen lokaler Arbeitsmärkte.

Berufliche Bildung „made in Germany“ weltweit gefragt

Deshalb habe ich einen Antrag zur beruflichen Bildung als Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit formuliert, den wir diese Woche im Parlament debattiert haben. Mit unserem Koalitionsantrag wollen wir die Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit dabei unterstützen, ihre Berufsbildungssysteme auf- und auszubauen, weil wir davon überzeugt sind, dass es sich lohnt, Perspektiven vor Ort zu schaffen. Und wir haben die Expertise dazu! Unser duales Berufsbildungssystem ist weltweit gefragt wie nie zuvor.

Reformansatz konsequent weiterverfolgen

Vor dem Hintergrund der deutschen Expertise in der Berufsbildung ist es nur konsequent, dass Entwicklungsminister Müller vor einem Jahr den Schwerpunkt in der Bildungskooperation auf die berufliche Bildung gelegt hat. Mit unserem Koalitionsantrag wollen wir diese Zusammenarbeit nun intensivieren.

Engagement in der Berufsbildung intensivieren

In unserem Antrag fordern wir, die Sozialpartner und Kammern und ihre Expertise enger in die internationalen Berufsbildungskooperationen einzubeziehen. Darüber hinaus wollen wir Unternehmen hierzulande darin bestärken, unter der eigenen Belegschaft für entwicklungspolitisches Engagement zu werben – beispielsweise im Rahmen des „Senior Expert Service“, der als führende deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fachkräfte u.a. Experten für duale Ausbildungssysteme in Schwellen- und Entwicklungsländern entsendet, um diese bei Fragen der beruflichen Bildung zu unterstützen.

Ein Viertel des BMZ-Etats für Bildung verwenden

Des Weiteren plädieren wir dafür, durch entsprechende Priorisierung im Etat des BMZ künftig ein Viertel der relevanten Haushaltsmittel für Bildung bereitzustellen. Denn hierbei geht es um Jobs und damit um Teilhabe, um Chancengleichheit, um Eigenverantwortung, um Selbstverwirklichung. Kurzum: Es geht um die Zukunft von Millionen von jungen Menschen.

Ein Video meiner Rede zum Koalitionsantrag finden Sie hier: