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Wirtschaft mit Rückenwind – aber noch kein Selbstläufer: Was der Jahreswirtschaftsbericht 2026 wirklich zeigt

Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 macht Hoffnung auf Wachstum – zeigt aber zugleich, dass wir für eine Trendwende Reformen brauchen.

Nach zwei Jahren wirtschaftlicher Stagnation zeigt sich erstmals wieder Bewegung. Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 macht deutlich: Die deutsche Wirtschaft kommt langsam in Gang – getragen von Investitionen, begleitet von Reformen, aber weiterhin unter erheblichen Unsicherheiten.

2025 wuchs die Wirtschaftsleistung erstmals wieder leicht um 0,2 Prozent. Für 2026 erwartet die Bundesregierung ein Wachstum von 1,0 Prozent. Das ist ein wichtiges Signal, aber noch keine Trendwende. Denn das Wachstum beruht vor allem auf staatlichen Investitionen, insbesondere in Infrastruktur und Verteidigung.

Industrie und Bau senden positive Signale

Zum Jahresende 2025 mehren sich die Lichtblicke: Steigende Auftragseingänge, eine höhere Industrieproduktion und eine deutliche Belebung bei Investitionsgütern deuten auf eine Stabilisierung hin. Auch die Bauwirtschaft zeigt sich robuster, vor allem im Tiefbau, der von öffentlichen Aufträgen profitiert.

Frühindikatoren wie der Lkw-Maut-Index oder steigende Produktionszahlen im Fahrzeugbau bestätigen diese Entwicklung.

Außenhandel bleibt unter Druck

Der Außenhandel bleibt hingegen ein Belastungsfaktor. Schwache Auslandsnachfrage, geopolitische Unsicherheiten, US-Zölle und die wachsende Konkurrenz aus China bremsen die exportorientierten Branchen.

Um gegenzusteuern, setzt die Bundesregierung auf eine stärkere Diversifizierung der Handelsbeziehungen. Neue Freihandelsabkommen der EU, etwa mit den Mercosur-Staaten und Indien, sollen neue Märkte erschließen und wirtschaftliche Abhängigkeiten verringern.

Reformen als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit

Für nachhaltiges Wachstum sind strukturelle Reformen entscheidend. Geplant sind ein spürbarer Bürokratieabbau, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie gezielte Investitionsanreize.

Mit der Hightech-Agenda sollen Zukunftstechnologien gestärkt, mit dem Deutschlandfonds private Investitionen mobilisiert werden. Sinkende Energiekosten, unter anderem durch einen Industriestrompreis und eine ausgeweitete Strompreiskompensation, sollen die Wettbewerbsfähigkeit stromintensiver Branchen verbessern.

Arbeitsmarkt als zentrale Herausforderung

Trotz stabiler Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent fehlt es vielen Betrieben weiterhin an Fachkräften. Maßnahmen wie Aktivrente, reformierte Grundsicherung und erleichterte Fachkräfteeinwanderung sollen das Arbeitsangebot ausweiten.

Gleichzeitig belastet der demografische Wandel das langfristige Wachstum. Private Investitionen bleiben daher eine der zentralen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Der Jahreswirtschaftsbericht 2026 zeigt: Die wirtschaftliche Erholung hat begonnen, ist aber noch fragil. Entscheidend wird sein, ob Reformen konsequent umgesetzt und private Investitionen nachhaltig aktiviert werden.

Den gesamten Bericht finden Sie hier.