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Organspende: Eine Entscheidung, die Leben retten kann

Eine bewusste Entscheidung zur Organspende kann für andere den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

Was wäre, wenn Sie mit einer einzigen Entscheidung einem anderen Menschen eine zweite Chance auf Leben schenken könnten? Genau um diese Frage ging es in dieser Woche im Deutschen Bundestag. In einer fraktionsübergreifenden und ergebnisoffenen Orientierungsdebatte haben wir intensiv über die Zukunft der Organspende in Deutschland diskutiert. Das Thema betrifft uns alle – denn jeder kann plötzlich auf ein Spenderorgan angewiesen sein oder selbst vor der Frage stehen, wie er zur Organspende steht.

Viele sind dafür – doch zu wenige dokumentieren ihre Entscheidung

Mehr als 8.500 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Gleichzeitig zeigt sich ein deutlicher Widerspruch: Die meisten Menschen stehen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber, dennoch halten viele ihre persönliche Entscheidung nicht fest.

61 von 100 Menschen haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt und grundsätzlich für eine Organspende entschieden. Tatsächlich dokumentiert haben ihre Entscheidung aber nur 44 – beispielsweise mit einem Organspendeausweis. Dadurch bleibt in vielen Fällen unklar, was der Wille des Betroffenen gewesen wäre.

Entscheidungslösung oder Widerspruchslösung?

Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, ob das bisherige System beibehalten oder verändert werden sollte. Derzeit gilt in Deutschland die sogenannte Entscheidungslösung. Das bedeutet: Eine Organ- oder Gewebespende ist nur möglich, wenn der Betroffene zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat – etwa durch einen Organspendeausweis.

Demgegenüber steht die Widerspruchslösung. Danach würde grundsätzlich jeder volljährige und einwilligungsfähige Mensch als möglicher Organspender gelten, sofern er einer Organ- oder Gewebeentnahme nicht ausdrücklich widersprochen hat. Über diese Frage hat der Deutsche Bundestag bereits in mehreren Legislaturperioden beraten und sie stand nun erneut im Mittelpunkt der Orientierungsdebatte.

Mehr Menschen die Chance auf ein neues Leben geben

Ich persönlich setze mich für die Einführung der Widerspruchslösung ein. Ich bin überzeugt, dass wir damit die Zahl der Organspenden erhöhen und mehr Menschen die Chance auf ein lebensrettendes Organ geben können.

Unabhängig davon, wie die politische Entscheidung am Ende ausfällt, bleibt eines entscheidend: Jeder sollte sich bewusst mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und seinen persönlichen Willen festhalten. Denn nur eine dokumentierte Entscheidung schafft Klarheit – sowohl für die behandelnden Ärzte als auch für die Angehörigen.

Jetzt eine Entscheidung treffen

Ob mit einem Organspendeausweis, dem Organspende-Register oder einer Patientenverfügung – jeder kann seine persönliche Entscheidung einfach dokumentieren. Das schafft Sicherheit und gibt anderen im Ernstfall Orientierung.

Organspende ist eine sehr persönliche Entscheidung. Wichtig ist vor allem, dass sie bewusst getroffen und festgehalten wird. Denn eine dokumentierte Entscheidung kann im entscheidenden Moment den Unterschied machen – und Leben retten.

Wenn Sie sich für einen Organspendeausweis interessieren, finden Sie unter diesem Link alle wichtigen Informationen zur Beantragung.