Während wir hier in München über Energiepreise oder Wohnraum sprechen, kämpfen Millionen Menschen in der Ukraine um das absolute Minimum: Licht, Wärme und medizinische Versorgung.
Im Dezember 2025 hatten viele Menschen in der Ukraine täglich bis zu 9,5 Stunden keinen Strom, oft auch keine Heizung. Seit Beginn des Krieges wurden rund 15.000 zivile Opfer bestätigt, fast drei Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren. Über 100 Krankenhäuser, mehr als 200 Schulen und über 80 Geburtskliniken sind zerstört oder schwer beschädigt.
Im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurde diese Woche deutlich: Der Wiederaufbau der Ukraine beginnt nicht erst nach dem Krieg – er wird bereits jetzt vorbereitet. Die Schäden an Infrastruktur und Wirtschaft sind enorm. Große Teile des Landes sind durch Zerstörung, Minen und Kampfmittel stark belastet. Abwarten ist keine Option.
Eine Investition in Europas Sicherheit
Der Wiederaufbau der Ukraine ist mehr als humanitäre Hilfe. Er ist eine strategische Investition in Stabilität und Sicherheit Europas. Eine wirtschaftlich starke Ukraine stärkt langfristig den europäischen Binnenmarkt, modernisiert Industrie und Logistik und wird selbst zu einem Stabilitätsfaktor für unseren Kontinent.
Voraussetzungen und Deutschlands Beitrag
Erfolgreicher Wiederaufbau braucht verlässliche Rahmenbedingungen: Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und gute Governance. Seit dem EU-Kandidatenstatus 2022 treibt die Ukraine Reformen voran, Deutschland begleitet diesen Weg aktiv.
Konkret unterstützt Deutschland die Ukraine umfassend – etwa über die KfW bei Reparaturen der Energieinfrastruktur sowie durch die Bereitstellung von Turbinen, Generatoren und Ersatzanlagen für Strom und Wärme. Hinzu kommt humanitäre Hilfe für medizinische Versorgung, Lebensmittel, sauberes Wasser und Nothilfe, besonders in Frontnähe.
Wirtschaft einbinden – Wiederaufbau gemeinsam gestalten
Öffentliche Mittel allein reichen nicht aus. Der Wiederaufbau braucht auch private Investitionen. Sie schaffen Arbeitsplätze, bringen Know-how ins Land und sichern langfristige wirtschaftliche Stabilität. Gleichzeitig eröffnen sich für europäische Unternehmen neue Märkte in einem künftigen EU-Mitgliedstaat. Beispiele zeigen das Potenzial: Produktionsstätten für modularen Wohnungsbau nahe Kyjiw können bis zu 5.000 Wohnungen pro Jahr fertigen, deutsche Unternehmen wie Siemens Energy modernisieren gemeinsam mit ukrainischen Partnern Energie- und Wärmesysteme und stärken die Anbindung an europäische Netze.