Diese Woche jährte sich der 7. Oktober zum dritten Mal, seit dieser Tag für den schlimmsten und grausamsten Angriff auf jüdisches Leben seit dem Holocaust steht. Rund 1.200 Menschen wurden ermordet, unzählige verletzt und als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Doch allein das Morden reichte den Terroristen nicht. Frauen, Mädchen und Kinder wurden brutal vergewaltigt, gefoltert und gedemütigt. Es ging den Terroristen sichtlich darum, ihren Opfern jede Würde zu nehmen.
Doch die Würde des Menschen ist unantastbar. Dieses Versprechen unserer Verfassung gilt für alle Menschen gleichermaßen. Den Terroristen ist es nicht gelungen, dieses Versprechen zu zerstören. Jedes einzelne Opfer wird in seiner ganzen Würde unvergessen bleiben.
Neben dem Versuch, jedes einzelne Opfer seiner Würde zu berauben, ging es den Hamas-Terroristen auch darum, das Fundament der westlichen Gesellschaften anzugreifen. Mit der Attacke auf das Nova-Festival griffen sie gezielt junge Menschen an, die unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Nationalität einfach nur ausgelassen das Leben feiern wollten. Eben diese Freiheit ist es, die die Hamas-Terroristen hassen und an deren Stelle sie uns ihre eigene, rigide Gesellschaftsordnung aufzwingen wollen.
Auch das ist den Terroristen nicht gelungen. Israel ist weiterhin ein Staat, in dem politische Debatten erlaubt sind, Demonstrationen täglich stattfinden und Menschen nach ihren eigenen Überzeugungen und Orientierungen leben können. Bei aller Kritik an der israelischen Regierung und ihrer Kriegsführung ist gerade die Möglichkeit, diese frei und öffentlich zu kritisieren, der Beleg dafür, dass es den Hamas-Terroristen nicht gelungen ist, anderen die Freiheit zu nehmen, die sie selbst so sehr verachten.
Gleichwohl hat der Terrorakt des 7. Oktober den Staat Israel bis ins Mark getroffen und das Leben von Jüdinnen und Juden weltweit verändert. Erstmals ging der Versuch eines Völkermordes an Jüdinnen und Juden vom eigenen Staatsgebiet aus. Das Sicherheitsversprechen, dass Jüdinnen und Juden in Israel einen sicheren und freien Ort auf der Welt haben, wurde damit zutiefst erschüttert.
Die Hamas hat den Gazastreifen seit dem Rückzug der israelischen Armee im Jahre 2005 in ein Labyrinth aus Tunneln verwandelt und völkerrechtswidrig Schulen und Krankenhäuser für militärische Zwecke genutzt. Israel steht damit bis heute einem Feind gegenüber, der nicht nur kein Interesse an Wohlstand und Entwicklung hat, sondern die palästinensische Bevölkerung als menschlichen Schutzschild missbraucht und damit ebenso in Geiselhaft nimmt wie die entführten Israelis. Die Hamas investiert in Hass statt Wohlstand und hat damit nur ein Ziel: den Staat Israel zu vernichten und die Zweistaatenlösung zu verhindern.
Aber auch das jüdische Leben in Deutschland ist vom Hass der Hamas betroffen. Die Realität von Jüdinnen und Juden hat sich hierzulande massiv verändert. Viele erleben Anfeindungen und Bedrohungen oder trauen sich nicht mehr, offen als Jüdinnen oder Juden erkennbar zu sein. Allein im Jahr 2025 wurden 8.725 antisemitische Vorfälle dokumentiert – das sind rund 24 Vorfälle an jedem einzelnen Tag.
Wir dürfen und werden das als Gesellschaft nicht hinnehmen. Wir dürfen vor Antisemitismus nicht wegsehen – egal, ob er von rechts, von links oder aus islamistischen Milieus kommt. Jüdinnen und Juden müssen in Deutschland sichtbar und sicher leben können. Dafür steht die CSU.
Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Opfern des 7. Oktobers – Deutschland, die Bundesregierung und ich ganz persönliche stehe an ihrer Seite. Mein Dank gilt unseren Sicherheitsbehörden, der Polizei und unseren internationalen Partnern, die internationale Terrornetzwerke konsequent bekämpfen und uns schützen.