Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit erscheinen in Deutschland oft selbstverständlich. Doch gerade die aktuellen Entwicklungen in Europa und der Welt zeigen: Sie sind es nicht. Deshalb bekommt der 23. Mai 2026 eine besondere Bedeutung. An diesem Tag wird erstmals der sogenannte Ehrentag gefeiert – ein deutschlandweiter Mitmachtag zum Geburtstag unseres Grundgesetzes. Unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ sollen Menschen zusammenkommen, sich engagieren und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Demokratie lebt vom Mitmachen
Hinter dem Ehrentag steht eine einfache, aber wichtige Botschaft: Demokratie lebt nicht allein von Institutionen und Gesetzen, sondern vor allem von Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich für andere einsetzen.
Deshalb soll der 23. Mai kein gewöhnlicher Gedenktag sein. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Gemeinschaft und gemeinsames Handeln. Vereine, Kommunen, Unternehmen oder Privatpersonen können eigene Aktionen organisieren – von Straßenfesten über Sportveranstaltungen bis hin zu Spielenachmittagen im Seniorenheim oder Nachbarschaftsprojekten. Jede Idee ist willkommen. Denn der Ehrentag soll zeigen, wie viel möglich ist, wenn Menschen gemeinsam anpacken.
Wir erleben täglich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist. Ob in Vereinen, sozialen Einrichtungen, Kirchen oder bei der Freiwilligen Feuerwehr – viele Menschen engagieren sich selbstverständlich für andere. Dieses Engagement verdient Anerkennung und Sichtbarkeit.
Das Grundgesetz als Fundament unserer Demokratie
Dass der Ehrentag am 23. Mai stattfindet, ist kein Zufall. An diesem Tag wurde 1949 das Grundgesetz verkündet und damit die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Nach Krieg, Diktatur und dem Scheitern der Weimarer Republik wollten die Mütter und Väter des Grundgesetzes eine Ordnung schaffen, die Freiheit, Demokratie und Menschenwürde dauerhaft schützt.
Im Mittelpunkt steht bis heute Artikel 1 unseres Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dieser Satz ist die direkte Lehre aus Krieg und staatlicher Willkür. Gleichzeitig verpflichtet er den Staat, Freiheit und Würde jedes einzelnen Menschen zu schützen. Ursprünglich war das Grundgesetz nur als Provisorium gedacht, weil Deutschland damals noch geteilt war. Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde es schließlich zur Verfassung des gesamten deutschen Volkes. Heute gilt es weltweit als Vorbild für demokratische Verfassungen.
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit
Das Grundgesetz garantiert uns viele Rechte, die wir im Alltag oft als selbstverständlich wahrnehmen: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit oder Pressefreiheit. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass staatliche Macht begrenzt wird und Gerichte unabhängig bleiben. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind fest in unserem Grundgesetz verankert.
Doch Demokratie funktioniert nur, wenn Menschen sie aktiv mittragen. Genau darauf weist auch Bundespräsident Steinmeier hin, wenn er sagt: „Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen.“ Der Ehrentag soll deshalb ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit und gesellschaftliche Spaltung setzen.
Gerade heute wird deutlich, wie wertvoll unsere freiheitliche Ordnung ist. Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sind niemals garantiert. Sie brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich für unsere demokratischen Werte einsetzen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Der Ehrentag lebt von den Menschen vor Ort. Jeder kann mitmachen, eigene Ideen einbringen oder bestehende Aktionen unterstützen. So soll aus vielen kleinen Projekten bundesweit eine große Bewegung für Zusammenhalt und Demokratie entstehen.
Der 23. Mai erinnert uns deshalb nicht nur an die Geschichte unseres Grundgesetzes. Er erinnert uns auch daran, dass Demokratie vom Mitmachen lebt – und genau darin die Stärke unseres Landes liegt.