(c) CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag

Verantwortung statt Abschottung: Warum wir beim Lebensschutz global handeln müssen

In meiner Rede habe ich deutlich gemacht: Lebensschutz heißt, global Verantwortung zu übernehmen und konkrete Hilfe zu leisten.

Was bedeutet eigentlich Lebensschutz – ganz konkret? Ist er nur eine Frage nationaler Politik oder zeigt er sich gerade dort, wo Menschen am verletzlichsten sind? Genau diese Frage stand im Mittelpunkt meiner Rede im Deutschen Bundestag am 26. März – und sie betrifft uns auch hier in München-Ost unmittelbarer, als viele denken.

Verantwortung kennt keine Grenzen

Im Mittelpunkt der Debatte stand ein Antrag der AfD-Fraktion, die Finanzierung des UN-Weltbevölkerungsfonds vollständig zu beenden – begründet mit Vorwürfen, er fördere Abtreibung, untergrabe traditionelle Werte und schade deutschen Interessen. In meiner Rede habe ich deutlich gemacht: Diese Darstellung greift zu kurz. Deutschland lebt von Stabilität, Partnerschaften und internationaler Zusammenarbeit. Gerade die Vereinten Nationen sind oft die letzten Orte, an denen Staaten miteinander im Gespräch bleiben – unabhängig von ihrer politischen Ordnung. Wer sich daraus zurückzieht, handelt nicht souverän, sondern kurzsichtig.

Lebensschutz konkret gedacht

Lebensschutz darf kein Lippenbekenntnis sein, sondern muss sich im konkreten Handeln zeigen. Der UNFPA leistet hierzu einen wichtigen Beitrag: Er verbessert die Gesundheitsversorgung von Frauen, senkt die Müttersterblichkeit und ermöglicht Zugang zu medizinischer Betreuung und Aufklärung. Alle zwei Minuten stirbt weltweit eine Frau an den Folgen einer Schwangerschaft – rund 800 pro Tag. Das macht deutlich, worum es geht: um konkrete Hilfe, um Leben und Tod. Lebensschutz beginnt dort, wo Leben am verletzlichsten ist – bei Frauen ohne medizinische Versorgung, bei Neugeborenen ohne Überlebenschance und bei Familien ohne Zugang zu grundlegender Gesundheitsaufklärung. Auch im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, etwa gegen Kinderehen und Genitalverstümmelung, leistet der Fonds wichtige Arbeit. Dabei ist klar: Der UNFPA finanziert keine Abtreibungen; viele Vorwürfe im Antrag sind verkürzt oder unbegründet.

Werte, die zum Handeln verpflichten

Für uns als Union ist das christliche Menschenbild Maßstab politischen Handelns – mit Nächstenliebe, Menschenwürde und dem Schutz der Schwächsten im Zentrum. Diese Verantwortung endet nicht an Landesgrenzen. Internationale Zusammenarbeit ist kein Gegensatz zu nationalen Interessen, sondern ihre Grundlage. Gerade bei sensiblen Themen wie Familienplanung oder gesellschaftlichen Wertfragen werbe ich für eine sachliche, differenzierte Debatte. Politik darf nicht von Angst oder Vereinfachung geprägt sein, sondern muss darauf ausgerichtet sein, konkrete Probleme zu lösen.

Lebensschutz bedeutet Verantwortung – für unser Land und für die Welt. Deshalb haben wir den Antrag entschieden abgelehnt und setzen weiter auf eine Politik, die hilft, statt sich abzuwenden.

Die gesamte Rede finden Sie unter diesem Link.