Themenreicher internationaler Bürgerdialog

„Chancen für alle“ lautete das Motto unseres heutigen internationalen Bürgerdialogs, zu dem Landtagsabgeordneter Markus Blume, Bezirkstagsvizepräsidentin Friederike Steinberger und ich vor allem Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund eingeladen hatten. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen war der Veranstaltungssaal im Stephans-Zentrum in Neuperlach gut gefüllt. NSA-Überwachung, Euro, Wohnungsnot in München – diese Themen standen im Vordergrund des internationalen Bürgerdialogs, der gemeinsam mit dem Interkulturellen Dialogzentrum IDIZEM e.V. organisiert wurde. Dabei zeigte sich, dass wir unabhängig von der Herkunft vor Ort alle dieselben Themen haben, die uns bewegen.

Gegründet wurde IDIZEM 2001 von türkischen Studenten und Akademikern. Seither engagiert sich der Verein auf sechs verschiedenen Plattformen für den Dialog der Kulturen und Religionen. Dabei sucht IDIZEM regelmäßig auch das Gespräch mit Politikern, wie Mehmed Celik als Leiter der Plattform für interkulturellen Dialog eingangs erklärte. Aufbauend auf dieser Tradition und in Anlehnung an die bekannten Bürgerdialoge von Markus Blume, MdL entstand die Idee eines internationalen Bürgerdialogs. Im Vordergrund stehen sollten dort ganz bewusst nicht die typischen Integrationsdebatten, sondern Themen aus dem Alltag.

Das gelang: Knapp zwei Stunden dauerte die Diskussion zwischen Gästen und Politikern. Zur Sprache kamen beinahe alle tagesaktuellen Themen, aber auch manche Grundsatzfrage. Die Spionage der amerikanischen Geheimdienste, das Vertrauen in soziale Netzwerke, der ungerechtfertigte Rückgang von universitären Lehrveranstaltungen nach dem Wegfall der Studiengebühren und die finanzpolitische Stabilität Europas waren Teil der Themenvielfalt. Ganz deutlich wurde aber, wie genau die Gäste Entwicklungen vor Ort in ihrem Viertel beobachten und wie hoch ihr Interesse daran ist. Die hohen Mietpreise in München treiben sie um und das mitunter sehr verzerrte Image Neuperlachs ärgert sie. Umso dankbarer waren sie für die Möglichkeit des Dialogs und stellten auch sehr persönliche Fragen nach unserer Motivation, Politik zu machen.

Fast genau um 21:08 Uhr, dem Zeitpunkt des Sonnenuntergangs an diesem Tag, endete die Diskussion und man fand sich zum gemeinsamen Iftar-Essen, dem täglichen Fastenbrechen im Ramadan, zusammen. Dort vertieften wir viele persönliche Gespräche und wir waren uns einig, den guten Kontakt zu halten. Danke für den herzlichen Empfang und die Offenheit!