Stärkung der Demenzforschung

Lange wurde im Deutschen Bundestag darüber diskutiert, ob es Ausnahmen vom Verbot gruppennütziger Forschung an nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen, zum Beispiel an Demenzkranken, geben soll. Am Freitag stimmte der Bundestag mehrheitlich für eine Neuregelung, die diese Forschung erlaubt – unter engen Vorgaben.

Es war eine schwierige ethische Frage ob einwilligungsfähige Erwachsene sich zur Teilnahme an späteren klinischen Prüfungen entschließen dürfen – auch wenn sie selbst von diesen Forschungen keinen Nutzen mehr haben werden und diese zu einem Zeitpunkt stattfinden, zu dem die Teilnehmer nicht mehr einwilligungsfähig sein werden. Also zum Beispiel bei Demenz. Fest steht, dass dieses Krankheitsbild immer häufiger diagnostiziert wird. Viele Menschen haben Fälle in ihrem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis.

In der vergangenen Sitzungswoche stimmte ich daher in einer Gewissensentscheidung für einen Antrag unter anderem von meinem CSU-Kollegen Georg Nüßlein, der diese gruppennützige Forschung an nicht einwilligungsfähigen Erwachsen nur unter strengen Schutzvorgaben zulässt. Voraussetzung für die jetzt erlaubten gruppennützigen Forschungen ist eine verpflichtende ärztliche Beratung sowie die  Vorabeinwilligung der Probanden zu einem Zeitpunkt, an dem die vollständigen geistigen Kräfte noch vorhanden waren (ähnlich der Patientenverfügung). Festzuhalten ist, dass niemand zur Teilnahme an solchen Studien gezwungen wird. Ein Ausstieg ist jederzeit möglich!

Ich erhoffe mir durch diese Neuregelung einen großen Schritt für die Forschung und damit einen wichtigen Schritt gegen Krankheiten wie Demenz.