Rede von Premierministerin Theresa May zum Austritt Großbritanniens aus der EU

In dieser Woche hat die britische Premierministerin Theresa May der Öffentlichkeit dargelegt, wie sie sich den Austritt ihres Landes aus der EU vorstellt. Die Zeichen stehen auf einen „harten Brexit“: Freihandelsabkommen statt Mitgliedschaft im EU-Binnenmarkt, Ende der Freizügigkeit. Sie beteuerte aber, das Königreich wolle ein verlässlicher Partner der EU bleiben. Bis 2019 will sie die Verhandlungen mit der EU abgeschlossen haben – ein extrem ambitionierter Zeitplan. Doch viele Fragen bleiben offen. Und zunächst muss der offizielle Austrittsantrag vorliegen.

Ohne Frage: Großbritanniens politisches, finanzielles und militärisches Gewicht wird der EU fehlen, die Austrittsverhandlungen werden sich alles andere als einfach gestalten – zu sehr sind beide Seite miteinander verwoben. Klar ist aber auch: Die EU ist nicht irgendein Handelsclub, sondern eine politische und wirtschaftliche Gemeinschaft mit gemeinsamen Werten. Eine gute Zusammenarbeit liegt sowohl in unserem Interesse als auch im Interesse Großbritanniens. Im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung und vor dem Hintergrund der verschärften internationalen Sicherheitslage ist ein enges Miteinander unerlässlich. Ich wünsche mir daher sehr, dass auch die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU von Respekt, Freundschaft und Partnerschaft getragen sein werden. Es muss einen fairen Deal für alle Beteiligten geben – das hat die CSU unter anderem in Seeon deutlich gemacht.