Gesetzentwurf zur Reform der Pflegeberufe: Qualitativ hochwertige Pflegeversorgung muss weiterhin im Vordergrund stehen!

Ziel des in dieser Woche erstmals im Bundestagsplenum debattierten Gesetzentwurfs zur Reform der Pflegeberufe ist es, die bisherigen drei getrennt geregelten Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zu reformieren und zu einer Pflegeausbildung mit einem einheitlichen Berufsabschluss zusammenzuführen. Das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben vor kurzem Eckpunkte für eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Entwurf des Pflegeberufsgesetzes vorgelegt. Die neue Ausbildung soll auf einen universellen Einsatz in der professionellen Pflege vorbereiten, einen Wechsel zwischen den Versorgungsbereichen erleichtern und den Pflegefachkräften zusätzliche Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen.

 

Warum die Pflegeberufsausbildung reformieren?

Mit der Reform soll den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung getragen werden: Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst und mit ihr der Bedarf an Pflegefachkräften. In stationären Pflegeeinrichtungen müssen Pflegefachkräfte zunehmend auch chronisch und mehrfach erkrankte Menschen versorgen. Pflegefachkräfte in Krankenhäusern brauchen vermehrt Kenntnisse in der Versorgung immer älter werdender Patienten mit Krankheitsbildern wie z.B. Demenz. Und auch die spezifischen Anforderungen an die Pflege zum Teil auch chronisch kranker Kinder und Jugendlicher mit ihren Bezugspersonen sowie von Menschen mit psychischen Erkrankungen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit.

 

Wo besteht noch Handlungsbedarf?

Eine einheitliche Ausbildung darf nicht zu Qualitätsminderungen bei der Pflege führen. Durch die Zusammenlegung der Ausbildungsinhalte wird die Pflegeausbildung komplexer. Es steht zu befürchten, dass Hauptschüler und Berufswiedereinsteiger mit den gestiegenen Anforderungen nicht Schritt halten können und damit weniger Absolventen für eine Tätigkeit in der Altenpflege zur Verfügung stehen. Gleichzeitig droht das Niveau der Ausbildung insbesondere in der Kinderkrankenpflege erheblich zu sinken. Dies kann nicht im Interesse einer qualitativ hochwertigen Versorgung von kranken Kindern sein.

 

Auch darf nicht einer generellen Akademisierung in der Pflege der Weg geebnet werden. Das wäre der falsche Weg. Wir brauchen vor allem Pflegepersonal, das Dienst am Menschen leistet, nicht am Schreibtisch. Die Reform darf zudem nicht zulasten des ländlichen Raums gehen. Die Ausbildung muss auch weiterhin dezentral und in kleineren Ausbildungseinheiten möglich sein.

 

Wie geht es weiter?

Im parlamentarischen Verfahren wird die CSU-Landesgruppe die Reform und ihre Auswirkungen sehr genau in den Blick nehmen. Wesentlich ist dabei für uns, dass vor Verabschiedung des Gesetzes die Rechtsverordnung, die die Ausbildungsinhalte im Detail regelt, soweit präzisiert ist, dass die Reform als Ganzes als zustimmungsfähig gilt. Alle wesentlichen Inhalte der Alten-, der Kranken- und der Kinderkrankenpflege müssen in der neuen Ausbildung angemessen berücksichtigt sein. Für uns ist klar: Das Gesetz kommt nur dann, wenn wir sicher sein können, dass die Pflege insgesamt besser und nicht schlechter wird! Die Sicherung einer qualitativ hochwertigen Pflegeversorgung muss Priorität haben!