Bonn/Berlin-Wanderzirkus endlich beenden!

In dieser Woche hat die Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich, Bundesbauministerin Barbara Hendricks, den Berichtsentwurf zum Sachstand der Umsetzung des sog. Berlin/Bonn Gesetzes vorgelegt. Darin wird erneut bestätigt, dass die Aufteilung der Bundesregierung auf die Standorte Berlin und Bonn sowohl Effektivität als auch Effizienz der Zusammenarbeit innerhalb der Bundesministerien beeinträchtigt und Mehraufwand erzeugt. So wurden für das vergangene Jahr insgesamt 20.678 Dienstreisen zwischen Bonn und Berlin gezählt, was Kosten von 7,5 Mio. Euro verursachte. Bisher haben acht Bundesministerien ihren Hauptsitz in Berlin, sechs in Bonn. Über 60 Prozent der Beamten und Angestellten befinden sich mittlerweile in der Bundeshauptstadt.

Über ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung ist es an der Zeit, diesen Wanderzirkus zu beenden und die Bundesministerien an einem Ort, in der Bundeshauptstadt, zu konzentrieren. Zwar lassen sich mit den heutigen technischen Möglichkeiten räumliche Distanzen mühelos überbrücken, ein Komplettumzug würde die Arbeit der Ministerien aber nochmals deutlich stärken. Der unmittelbare Austausch zwischen den einzelnen Arbeitseinheiten und deren Mitarbeiter ist wichtig und lässt sich nicht so ohne weiteres durch Telefon, Internet und Konferenzschaltungen ersetzen. Zwar wäre auch ein Komplettumzug mit Kosten verbunden, langfristig wird sich jedoch die Konzentration auf einen Standort auszahlen. Viele Ministerien haben sich bereits auf einen solchen Schritt eingestellt und entsprechende Raumkapazitäten geschaffen. Ich hoffe daher, dass nun endlich Bewegung in die Debatte kommt und wir die Einheit bald auch auf der Ebene der Bundesministerien vollziehen!