Datenmissbrauch bei Versandapotheke DocMorris? Bürger beschweren sich.

Über 800 Schreiben von Kunden der Versandapotheke Doc Morris haben mich in den vergangenen Wochen erreicht. Darin wenden sich die Kunden in einem vorgefertigten Massenschreiben gegen die geplante Neuregelung des Versandhandels verschreibungspflichtiger Medikamente.

Jedes einzelne dieser Schreiben habe ich mit einem persönlichen Brief beantwortet. Nun stellt sich heraus, dass einige Kunden von Doc Morris gar nichts davon wissen, dass sie ihrem Abgeordneten einen Protestbrief geschrieben haben und wundern sich, warum sie von mir nun eine Antwort erhalten.

Pikant dabei ist, dass in dem von Doc Morris vorgefertigten Schreiben die Rede von einer „wichtigen persönlichen Angelegenheit“ ist. Dies trifft in einigen Fällen ganz offensichtlich nicht zu. Auch andere Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU-Fraktion berichten vom Verdacht einer Datenmanipulation und von Kundenmissbrauch durch Doc Morris.

In meinen Augen ist es ein Skandal, dass ich Briefe von Bürgern erhalte, ohne dass diese davon wissen. Ich erwarte dazu dringend Aufklärung von Doc Morris. Gerade im Gesundheitsbereich ist der Datenschutz äußerst wichtig und ich hoffe für die Kunden von Doc Morris, dass die Versandapotheke den Schutz sensibler Kundendaten ernst nimmt.

In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden von Doc Morris habe ich nun Aufklärung eingefordert. Auch die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Bundesdatenschutzbeauftragte und die zuständige parlamentarische Staatssekretärin sind inzwischen über die Aktion von Doc Morris informiert und verlangen Aufklärung.