Afrika: Ein Kontinent mit vielen Chancen!

Im Rahmen der Delegationsreise der Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt, habe ich die Länder Ägypten, Kenia und Kamerun besucht. Auf dem Programm der einwöchigen Afrikareise standen Gespräche mit Vertretern der dortigen Regierungen, Parlamente und Regionen sowie von Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen. Im Fokus waren dabei die Themen Entwicklungszusammenarbeit, Bildung, Flüchtlingsströme und Sicherheitspolitik.

Von besonderem Interesse war die Situation der Flüchtlinge auf dem Kontinent und der vielen Menschen, die meist unter lebensgefährlichen Umständen versuchen, nach Europa zu gelangen. Als bestes Mittel zu helfen erscheint mir, die Lebensverhältnisse vor Ort zu verbessern und den Menschen eine Perspektive zu geben, sodass sie in ihrer Heimat bleiben können. Die langfristig angelegte Förderung von Demokratie und Menschenrechten, die Unterstützung bei rechtsstaatlichen Reformen und wirtschaftlicher Entwicklung sind zentrale Bausteine einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Entwicklungspolitik sowie eine wichtige Grundvoraussetzung für Stabilität und Sicherheit.

Ein Thema, das mir als Bildungspolitiker besonders am Herzen liegt, ist die Bildung. Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft und damit ein zentrales Element unserer Entwicklungszusammenarbeit. Hier sollten wir weitere Projekte anstoßen. Interessante Einblicke in laufende Projekte lieferten die Besuche beim Goethe-Institut in Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, und bei der Mukuru Kayaba Primary School, eine Grundschule in einem kenianischen Armenviertel, die mit deutscher Unterstützung errichtet wurde. Ferner konnten wir mit Vertretern von Stiftungen und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes – DAAD sprechen.

Die Kultur, Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Afrikaner haben mich sehr beeindruckt. Betroffen gemacht hat mich aber die große Not auf dem Kontinent. Die gesammelten Eindrücke bekräftigen mich in meiner Meinung, dass wir Afrika noch mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen müssen. Ich finde es daher wichtig, dass wir und unsere europäischen Partner unsere Anstrengungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit weiter ausbauen, um die Lebenssituation der Menschen vor Ort nachhaltig zu verbessern. Ich begrüße sehr, dass die Bundesregierung und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der neuen Legislaturperiode einen stärkeren Schwerpunkt auf Afrika legen wollen. Mit Dr. Gerd Müller stellt die CSU derzeit den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und kann hier entsprechende Akzente setzen.

Insgesamt befindet sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit aus meiner Sicht auf einem guten Weg. In diesem Jahr werden die für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung stehenden Bundesmittel aller Voraussicht nach so groß sein wie nie zuvor. Auf der Agenda stehen in dieser Legislaturperiode eine Reihe neuer, zukunftsgerichteter Vorhaben: die Bereitstellung zusätzlicher Mittel zur Bekämpfung der Flüchtlingsnot, für Bildungsmaßnahmen und Beschäftigungsförderung, für die Förderung neuer Ausbildungspartnerschaften mit der deutschen Wirtschaft und der Aufbau von Berufsbildungszentren für ländliche Entwicklung sowie Kooperationen bei den Zukunftsfeldern Informations- und Kommunikationstechnologien. Ein Meilenstein wäre die Schaffung eines deutsch-afrikanischen Jugendwerkes nach dem Vorbild des 1963 gegründeten deutsch-französischen Jugendwerkes.

Von der Afrikareise nehme ich wichtige Impulse mit nach Hause. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich dabei sein durfte und solch wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Afrika braucht unsere Unterstützung, ist aber auch ein Kontinent mit vielen Chancen. Bei meiner künftigen parlamentarischen Arbeit wird Afrika jedenfalls eine Rolle spielen.

Weitere Informationen

Einen Bericht über die Gespräche in Kenia (14.-16. April 2014) finden Sie auf der englischsprachigen Internetseite des German Information Centre Africa des Auswärtigen Amtes.

Über die Reise berichtete ferner der Bayernkurier in seiner Ausgabe vom 3. Mai 2014.